Brundibár (Hans Krasa 1899-1944)

Brundibár maakt nog immer op aangrijpende wijze duidelijk dat men het verleden niet moet vergeten. Het is een korte kinderopera van de componist Hans Krasa die 55 keer in het kamp Theresienstadt is opgevoerd.
Zowel het orkest als de stemmen wisselden die 55 keer constant van bezetting, daar de vernietigingsmachine van het toenmalige “Duitse Rijk” onderwijl gewoon op volle toeren door draaide.

Op initiatief van de Gemeente Neuenhaus [Niedersachsen] vond in samenwerking met Room 28 Projects [Berlijn] ter gelegenheid van de opening van de tentoonstelling “Die Mädchen von Zimmer 28” in juni 2012  een emotionele uitvoering plaats van dit beladen werk.
Medewerking verleenden de solisten Rebekka Busscher [sopraan] Gregorz Stachowiak [bas] en Tobias Klomp [tenor], het projektchor van de Musikschule Niedergrafschaft, pianist Heike Knief en klarinettist Peter Hutten. De muzikale leiding was in handen van Armanda ten brink

Op aanvraag is deze Opera voor kinderen in projectvorm inclusief begeleidende educatieve activiteiten en lesprogramma te verkrijgen.

Die Mädchen von Zimmer 28 is tevens een reizende tentoonstelling die voor scholen en andere instellingen beschikbaar is.
Neem voor meer info over zowel deze opera als de tentoonstelling contact op.

Grafschafter Nachrichten vom 22.06.2012 – Gerhard Herrenbrück :

„Ich sehne mich nach meiner Mutti. Darum habe ich ihr Foto ins Tagebuch gegeben und stelle mir vor, dass ich das, was ich ins Tagebuch schreibe, ihr erzähle.“ So hat es das zwölfjährige jüdische Mädchen Helga Pollak Anfang März 1943 in Theresienstadt im Mädchenzimmer 28 in ihr Tagebuch eingetragen. Jetzt liest sie in Neuenhaus daraus vor. Und die Schrecken des Lebens im Ghetto, das Ausgeliefertsein eines Mädchens in einer fremden und menschenverachtenden Umgebung, aber auch der Trost und die Kraft der Freundschaft – all das wird Gegenwart durch die Tagebuchschreiberin von vor fast 70 Jahren, die heute 82-jährige Helga Kinsky, eine von 15 Überlebenden aus dem Zimmer 28 im damaligen KZ Theresienstadt.

Vor einem großen Publikum im Lise-Meitner-Gymnasium gestaltet sie am Mittwoch die szenische Lesung – zusammen mit der Autorin von „Die Mädchen von Zimmer 28“, Hannelore Brenner-Wonschick, die auch das Manuskript der Lesung verfasst hat, und mit Armanda ten Brink und ihrem Ensemble von der Musikschule Niedergrafschaft.

Helga Kinsky führt die Zuhörer in einzelnen Stationen durch das Jahr 1943, auch zum September, als der erste Transport nach Auschwitz beginnt – nur wenige Tage vor der Premiere von „Brundibár“, der Kinderoper, die untrennbar mit den Mädchen von Zimmer 28 verbunden ist. Das Tagebuch gibt Einblick in die kleine Welt des Zimmers 28 und zugleich in die große Schreckenswelt von Theresienstadt. Helga Kinsky liest zurückhaltend, nicht auf die Emotionen, sondern auf die Erkenntnisse der Zuhörer gerichtet. Gleichwohl spürt man, wie sie sich bei bestimmten Stellen des Tagebuchs und von Klängen aus „Brundib?r“ Mühe geben muss, damit ihre Stimme fest bleibt.

Auf der Kommentarebene fügt Hannelore Brenner-Wonschick die Momentaufnahmen des Tagebuchs ein in die Gesamtsicht des Lebens und Sterbens im Ghetto, des Bangens und Hoffens der Menschen. Und gerade dieses Hoffen und Widerstehen wird durch das Tagebuchschreiben wach gehalten – und durch die Kinderoper Brundibár, die in Theresienstadt trotz der Transporte immer wieder aufgeführt wird. Denn da, wo die Worte versagen, treten im Ghetto Kunst und Musik an ihre Stelle: „Das Spiel ist die Wirklichkeit; und diese Wirklichkeit ist das Leben“, heißt es im Tagebuch.

In der szenischen Lesung wird das erfahrbar durch die Verbindung mit der Musik, die durch Einspielungen erklingt (etwa die „Hymne von Zimmer 28“ und Ilse Webers bewegendes Lied „Und der Regen rinnt“), vor allem aber durch die fünf Lieder aus „Brundibár“, die unter der Leitung von Armanda ten Brink von Schülern und Lehrern der Musikschule zu hören sind: musikalisch makellos und in der Wirkung ergreifend.

Hannelore Brenner-Wonschick hat sie im Aufbau der Lesung eng mit dem Text verzahnt. Auch die über die Technik eingespielten Original-Stimmen und Texte verdichten eindringlich den szenischen Charakter der facettenreichen Aufführung. Die vom Neuenhauser Norbert Voshaar im Vorfeld arrangierte Abstimmung zwischen Hannelore Brenner-Wonschicks Manuskript und Armanda ten Brinks musikalischer Umsetzung gibt ihr eine stimmige Geschlossenheit, die ein Glücksfall ist. Am Ende folgt dankbarer Applaus der ergriffenen Zuhörer für diese zutiefst berührende Botschaft aus Theresienstadt.